Infos | BP Pensionäre

Infos

2017

14 mal Wilhelmsburg – ist das nicht genug, fragten wir uns vorher. Aber in Hamburg ist es nicht einfach, etwas ähnlich Geeignetes zu finden. Räumlichkeiten, Gastronomie und Technik stimmen einfach und außerdem ist die März-Fahrt nach Wilhelmsburg mittlerweile für viele eine liebgewonnene Gewohnheit. So waren es auch diesmal wieder 200 aus unserem Pensionärskreis, die gekommen waren, um Kolleginnen und Kollegen von früher zu treffen und  neues von unserer „alten“ BP zu hören.

Der Vorsitzende Dr. Matthias Baus begrüßte pünktlich um 11 Uhr die Anwesenden und dankte besonders den Gästen für ihr Kommen. BP wurde von Herrn Niels Anspach vertreten, Supply Manager NWE bei der BP in Bochum, „externer“ Gast war Herr Stefan Brok, jetzt Geschäftsführer der OKTAN Mineraloel-Vertrieb GmbH, bis vor kurzem noch Vorstandsvorsitzender der Aral AG.

Zwar hätten wir gerne einen Vertreter aus der BP Vorstandsebene begrüßt, aber Herr Ansbach bewies, wie auch bereits im letzten Jahr Frau Dr. Bison, dass die Qualität des Vortrages darunter nicht leiden muss – ganz im Gegenteil. Die Ausführungen von Herrn Anspach waren informativ, interessant und dabei kurzweilig, das zeigten auch die vielen Fragen während und nach dem Vortrag. Er schilderte anschaulich, wie die BP, gerade waren die Folgen des Deepwater-Horizon-Unglücks bewältigt, erneut in schweres Fahrwasser geriet. Der Verfall des Ölpreises in 2014 und das Wegbrechen der Gewinne aus der Rohölförderung setzte der gesamten Ölindustrie zu. Gleichwohl konnte BP in 2016  ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaften. Gründe waren auskömmliche Raffineriemargen und ein gutes Marktumfeld. Dazu kam ein starkes Petrochemie-Ergebnis und sehr gute Fortschritte im Kostenmanagement. Erfreulich war auch die positive Absatzentwicklung durch die Einführung einer neuen Kraftstoffgeneration sowie auch die strategische Partnerschaft an den Tankstellen mit REWE To Go. Die Sorge einiger Fragesteller, dem Kraftstoffgeschäft könne durch Dieselproblematik und E-Mobilität der Boden entzogen werden, teilte Herr Ansbach nicht und verwies auf die Einschätzung der Experten, dass Öl auch langfristig ein wichtiges Standbein der Energieversorgung bleiben werde. Die Herausforderung an BP sei eben, besser zu werden auch in einem schrumpfenden Markt. Mit großem Applaus und Dank durch den Vorsitzenden wurde Herr Ansbach verabschiedet.

Das anschließende Mittagessen wurde zügig serviert und natürlich durfte der Butterkuchen zum Abschluss auch nicht fehlen. Herr Stefan Brok, der jetzt ans Rednerpult trat, bedurfte eigentlich keiner Vorstellung, da er nach 30 Jahren Mineralölindustrie, davon 15 Jahre bei Wintershall und ebenfalls 15 Jahre bei Aral, ab 2008 als Vorstandsvorsitzender, vielen bestens bekannt war. Wir waren gespannt zu hören, welche Gründe ihn bewogen hatten, nach dieser langen und erfolgreichen Konzernlaufbahn  Lebewohl zu sagen und bei einem mittelständischen Ölunternehmen eine neue Herausforderrung zu suchen. OKTAN ist mit 25 Jahren ein relativ junges Unternehmen mit einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro und 330 Mitarbeitern. Es geht zurück auf die Ausgliederung des Tankstellengeschäftes aus der Edeka-Organisation. Nach einem bisher eher unkontrollierten Wachstum hat es jetzt eine Größe erreicht, die organisatorische Strukturen erfordert. Den Unterschied zum Konzernumfeld brachte Herr Brok mit folgenden Beispielen auf den Punkt: Hier Hochglanzfolien, dort Notizen auf einem Zettel. Mails, Meetings, striktes Zielmanagement auf der einen Seite, zwanglose Treffen und Absprachen auf der anderen. Letztlich hatte der Reiz zum selbstbestimmten Handeln gegenüber der Fremdbestimmtheit in einem Konzern den Ausschlag gegeben. Gleichwohl erfüllt ihn das bei Aral erreichte immer noch mit Stolz und jede gut geführte „blaue“ Tankstelle lässt auch heute noch sein Herz höher schlagen.

Nach diesen mit sehr viel Herzblut vorgetragenen Ausführungen ging es in die eher nüchternen Tagesordnungspunkte wie Rechenschaftsbericht, Kassenlage und Wahlen. Diese sollen dem offiziellen Protokoll vorbehalten bleiben. Wir wollen uns hier darauf beschränken, dass dem Vorstand gute Vereinsarbeit attestiert und die Entlastung einstimmig erteilt wurde, begleitet von großem Applaus.

Der Vorschlag, das nächste Treffen in dem neuen Hotel auf dem ehemaligen BP Grundstück in der City Nord abzuhalten, lässt sich leider nicht realisieren. Stattdessen wird der Vorstand nach Fertigstellung des Hotels in den neuen Räumen zu einem Empfang für die Vereinsmitglieder einladen. Besichtigung des Hotels und des neuen Telekom-Gebäudes werden dann auf dem Programm stehen.

Die nächste Mitgliederversammlung wird wie gewohnt im Bürgerhaus in Wilhelmsburg stattfinden, und zwar nach dessen grundlegender Renovierung.

Bitte notieren Sie bereits jetzt den Termin: 13. März 2018.

2016

Auch das diesjährige Treffen unserer Pensionäre aus der Region Bochum/Gelsenkirchen fand wieder im modern konzipierten „Henrichs Restaurant“ auf dem altehrwürdigen Gelände der Henrichshütte in Hattingen statt. Heute trafen sich ca. 120 Ehemalige von Aral, Veba und BP hier im Westen.

Trotz der heute vielen Staus im Ruhrgebiet waren viele Teilnehmer rechtzeitig zur „Kaffeerunde“ angekommen, um schon im Vorfeld der Veranstaltung mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen angeregt nicht nur über „alte Zeiten“ zu plaudern, sondern sich auch über die heutigen Aktivitäten austauschen zu können.

Unser Vorsitzender, Dr. Matthias Baus, eröffnete die Veranstaltung mit der Begrüßung und Einführung in das Programm. Er stellte zunächst kurz die neuen Vorstandsmitglieder Heinz-Werner Birkelbach und Rolf Dederichs vor, die seit März 2016 Mitglieder des Vorstandes sind und insbesondere die Mitglieder aus dem Westen vertreten sollen. Er lobte die gute Integration und angelaufene Zusammenarbeit.

Danach gab er ein paar persönliche Kommentare und Einschätzungen zum Thema „Brexit“, der damit verbundenen Entwicklung des Britischen Pfundes gegenüber dem Euro in den letzten Monaten sowie dem zu erwartenden zeitlichen Druck (max. 2 Jahre) hinsichtlich der Verhandlungen mit der EU.

Im Anschluss an diese einleitenden Worte begrüßte Dr. Baus den ersten Gastredner der Veranstaltung, Herrn Thomas Frewer (Manager Strategy & Portfolio North-West Europe) als Vertreter der BP Europa SE. Herr Frewer hatte seinen Vortrag in drei Bereiche untergliedert:

  • Ausgewählte Zahlen zur Geschäftsentwicklung,
  • wichtige Projekte aus den Geschäftsbereichen,
  • und die aktuelle politische Diskussion zur Mobilität in Deutschland.

Herr Frewer gab zunächst einen Überblick über die Ergebnisse des 2. Quartals 2016 der BP Gruppe. Aufgrund des weiterhin niedrigen Ölpreises ist das Upstream Ergebnis nahezu ausgeglichen. Das positive Gesamtergebnis stützt sich auf die guten Erträge aus dem Downstream-Bereich. Das zufriedenstellende Ergebnis 2015 der BP Europa SE hatte seine wesentlichen Ursachen in den hohen Raffineriemargen, vor allem im Sommer, Erholung des Kraftstoffabsatzes in Deutschland, dem insgesamt positiven Ergebnis im Schmierstoffgeschäft sowie den Effekten aus den Effizienzsteigerungs- und Kosteneinsparungsprogrammen.

BP Europa SE beschäftigte zum 30.06.2016 rd. 10.400 Mitarbeiter, davon rd. 50 % in Deutschland. Bei den wichtigen Projekten aus den Geschäftsbereichen hob Herr Frewer u.a. die neue Partnerschaft Aral / REWE hervor. Bis zum Jahre 2020 sollen rd. 1.000 Aral Tankstellen auf das neue Konzept „REWE to go“ umgestellt werden. Die Einführung des neuen Aral Kraftstoffes mit Anti-Schmutzformel soll bei gleichem Preis eine höhere Leistung garantieren.

Bei der Vereinfachung und Standardisierung der wesentlichen Geschäftsprozesse ist BP durch die einheitliche Nutzung von SAP einen erheblichen Schritt vorangekommen. Seit dem 1. Oktober 2016 nutzen weitere 340 Anwender in den Ländern Belgien, Niederlande und Polen dieses System.

Ein weiteres zentrales Thema ist natürlich die Auflösung des Ruhr Oel Joint Ventures mit Rosneft. Der angestrebte Termin ist nun der 31.12.2016. Nach einer kurzen Übergangszeit in 2017 wollen dann beide Unternehmen (BP und Rosneft) getrennt und eigenständig im deutschen Markt auftreten.

Zum Abschluss seines Vortrages ging Herr Frewer auf die aktuelle politische Diskussion zur Mobilität in Deutschland und zukünftigen Regulierung aus Sicht der BP ein. Die Europäische Union gibt langfristig ehrgeizige Ziele vor. Laut EU sollen bis 2030 die CO² Emissionen gegenüber 1990 um 40 % und bis 2050 um 80 – 95 % gesenkt werden. Die deutsche Politik greift diese Ziele auf und setzt sie mit Gesetzesvorgaben um (wie z.B. Erneuerbare Energie Gesetz oder Nachhaltigkeits-Verordnung). Deutschland hat in seinen Bemühungen schon viel erreicht, aber einige Verbesserungen werden durch andere Effekte kompensiert. So ist z.B. der spezifische Verbrauch der Fahrzeuge in den letzten Jahren gesunken, gleichzeitig hat aber das Transportaufkommen insgesamt deutlich zugenommen. Die politisch getriebene Diskussion und Präferenz für Elektrofahrzeuge ist mit sehr hohen CO² Vermeidungskosten verbunden. Und auch bei einer aggressiven Entwicklung hinsichtlich des PKW Bestandes „Weg vom Benzin / Diesel“ wird es aus Sicht der BP immer noch sehr viele herkömmlich betriebene Fahrzeuge geben. BP sieht auch den größten Wandel im Transportsektor, aber hier nicht nur in Richtung Strom, sondern auch durch Umstellung auf Hybrid- oder Light Natural Gas (LNG) betriebene Fahrzeuge. Nach dem sehr informativen Vortrag gab es noch zahlreiche Fragen aus dem Teilnehmerkreis, die Herr Frewer ebenfalls ausführlich beantworten konnte.

Dr. Baus bedankte sich bei Herrn Frewer und  berichtete noch vor dem Mittagessen über die laufende Vereinsarbeit und hier insbesondere über den neuen Internet – Auftritt, der Beratung der Mitglieder in Pensionsfragen sowie dem aktuellen Stand der gerichtlichen Auseinandersetzung in Sachen PKDW (Pensionskasse der deutschen Wirtschaft).

Nach dem Mittagessen dankte der stellv. Vorsitzende Heinz-Werner Birkelbach der Küche und dem gesamten Personal der Henrichshütte für die wiederum gute Bewirtung und Betreuung. Im Anschluss stellte er den zweiten Gastredner des Tages Herrn Oiver Felka vor, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der BP Oil Marketing GmbH. Herr Felka gab einen eindrucksvollen Einblick zu „Aktuellen Fragen des Betriebsrates“. Zunächst ging er auf die heutige Struktur des BR ein. Danach folgte ein umfassender Bericht zu  aktuellen Themen wie

  • dem Umbau der BP Fuels Organisation mit massiven Auswirkungen auch für deutsche BP Gesellschaften und deren Standorte,
  • der Auflösung des Joint Ventures mit der Rosneft mit gravierenden Folgen für Geschäft und Mitarbeiter (Entfall der Geschäftsgrundlage für die BP Refining und Petrochemicals),
  • den Abschluss des Kooperationsvertrages mit REWE, womit ein massiver Umbau der Außenorganisation mit Umrüstung von bis zu 1.000 Tankstellenshops verbunden ist.

An den Raffineriestandorten in Gelsenkirchen und Lingen erfolgen ebenfalls Personalanpassungen. Durch intensive Verhandlungen mit dem Arbeitgeber konnte letztendlich ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt und damit auch die Gefahr betriebsbedingter Kündigungen am Standort Bochum vermieden werden.

Weitere Schwerpunktthemen des BR der BP Oil Marketing sind zur Zeit

  • die Ausweitung der Möglichkeiten zum mobilem Arbeiten wie z.B. außerhalb des Bürostandortes oder nicht jeder Mitarbeiter hat mehr einen eigenen Schreibtisch,
  • die Verhandlungen zur Vereinbarung des AT-Entgeltsystems.

Zusammenfassend stellte Herr Felka fest:

  • Die Arbeitsverdichtung und -komplexität wird aus Sicht des BR weiter zunehmen.
  • Die Auswirkungen der JV Auflösung mit der Rosneft werden erheblich für das Geschäft sein.
  • Die Einigungsprozesse zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite werden zunehmend anspruchsvoller.
  • Durch die Internationalisierung von Arbeitsplätzen kommt es zu einer schleichenden Aushöhlung der deutschen Mitbestimmung nach dem BetrVG (Betriebsverfassungsgesetzt).
  • Die Geschwindigkeit von Reorganisationsmaßnahmen ist rasant gestiegen
  • und eine Dauer-Fokussierung auf Kostenreduktion; die Überlegungen zur Entwicklung der künftigen Unternehmensstrategie kommen dabei häufig zu kurz.

Heinz-Werner Birkelbach bedankte sich bei Herrn Felka und gab noch einige Hinweise zur nächsten Mitgliederinfo. Als nächsten Termin gab er den 18. Oktober 2017 bekannt, wiederum im „Henrichs Restaurant“ in Hattingen. Herr Birkelbach beendete das gelungene und informative Regionaltreffen gegen 15:00 Uhr.

Wer glaubte, dieses Treffen stände  unter einem unglücklichen Stern, denn es war das 13. nach dem ersten Treffen in 2004, sah sich gründlich getäuscht. Nach guter, alter Raffinerie-Tradition saßen alle 70 Teilnehmer pünktlich um 11 Uhr auf den Plätzen, gestärkt durch den Begrüßungskaffee, und der Sprecher der Weseler, Jürgen Haupt, begrüßte die Anwesenden und begann sogleich mit seinem Vortrag über die Brücken in Wesel.

Herr Haupt ist begeisterter Hobby-Historiker und beschäftigt sich seit langem mit der Geschichte Wesels. Er begab sich bis zurück in die Römerzeit und zeigte, wie man  damals bereits erstaunliche Fertigkeiten bei Geländevermessung und Technik des Brückenbaus besaß. Der Rhein war immer eine wichtige und umkämpfte Grenzmarkierung und so wurden häufig gerade geschaffene Brückenbauwerke wieder ein Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen. Auf die Römer folgten die Franken, dann bildeten sich Herzog- und Bistümer, die Hanse reichte bis nach Wesel und die großen Kriege vom 30jährigen Krieg bis zu den beiden Weltkriegen brachten Zerstörung und Wiederaufbau. Es war also ein Marsch durch die gesamte europäische Geschichte. Herr Haupt ist auch ein Beispiel, dass man sich noch mit 80 Jahren in Computertechnik, Bildbearbeitung und Präsentationsprogramme einarbeiten kann – alle Achtung und am Schluss großer Applaus!

Unsere beiden neuen Vorstandsmitglieder im Pensionärsverein, Heinz-Werner Birkelbach und Rolf Dederichs, waren ebenfalls gekommen und wurden herzlich begrüßt. Beide waren in der Veba/Aral-Organisation zu Hause und für unseren Verein ist es wichtig, angesichts der BP Präsenz im Westen Kenntnis und Kontakte dorthin zu haben. Heinz-Werner Birkelbach ergriff dann das Wort und schilderte das Geschehen in Bochum, das vor dem Hintergrund schrumpfender Erlöse bei der Ölförderung von einem erheblichen Einsparungsdruck geprägt ist.

Nach dem Mittagsessen stand unser Verein im Mittelpunkt und Heinz-Werner Birkelbach brachte die Anwesenden auf den neuesten Stand unserer Vereinstätigkeit. Zum Schluss wurde diskutiert, wie es mit dem Weseler Treffen weitergehen soll. In 2017 wird es kein Treffen geben, da stattdessen eines im Süden stattfinden soll. Es wurden einige interessante Vorschläge erörtert, wie die Weseler Pensionäre künftig eingebunden werden können. Für Oktober 2018 ist auf jeden Fall ein Wiedersehen in Wesel geplant.

Zum ersten Pensionärstreffen unseres Vereins, im März 2003, damals noch in den Räumen des Hamburger Betriebssportvereins in der Wendenstraße, trafen sich 82 BP Pensionäre. Im Jahr darauf, im März 2004, waren es bereits 159, erstmalig im Bürgerhaus in Wilhelmsburg. Das Bürgerhaus ist seitdem Ort unserer jährlichen Mitgliederversammlungen mit regelmäßig über 200 Teilnehmern.

Auch in diesem Jahr, zur nunmehr 14. Mitgliederversammlung, war der Saal mit 230 Kolleginnen und Kollegen bis zum letzten Platz gefüllt. Sogar von Augsburg und Badenweiler waren einige angereist und so war der übliche Begrüßungskaffee im Foyer zur Stärkung durchaus angebracht. Es wurde von einer Kollegenrunde zur nächsten geschlendert – ab und zu musste jedoch ein verstohlener Blick auf das Namensschild der Erinnerung nachhelfen, aber das sei uns als Pensionäre verziehen.

Pünktlich um 11 Uhr eröffnete Dr. Matthias Baus das Treffen und nach einigen Begrüßungsworten und einer Einführung in das Programm ging es sofort zu dem Thema, das der gesamten Weltwirtschaft und uns allen unter den Nägeln brennt, nämlich der dramatisch gesunkene Rohölpreis. Was einerseits gut ist für den Verbraucher, ist für die Rohölproduzenten, Ölfirmen wie Staaten, ein großes Problem. Auch viele von uns blicken besorgt in die Zukunft und denken an die Sicherheit ihrer Altersvorsorge. Die Erwartungen an die Ausführungen des Gastes von der BP, Frau Dr. Hildegard Bison, konnten also größer nicht sein.

Und wir wurden nicht enttäuscht. Der Vortrag von Frau Dr. Bison war schlicht grandios und übertraf die Erwartungen aller. Bis vor drei Jahren war sie noch Partnerin in der Corporate-Praxis bei Freshfields Bruckhaus Deringer in Düsseldorf, einer sehr renommierten Anwaltskanzlei. Seitdem ist sie Chefjuristin für BP Europa SE sowie für Fuels ESA (Europe & Southern Africa). Ihre Verantwortung reicht also von Schottland bis nach Südafrika. Ob Weltwirtschaft, Ölindustrie, BP und Pensionskassen, alles fand seinen Platz in ihrem einstündigen Vortrag. Näher darauf einzugehen, würde hier zu weit führen. In der nächsten Mitgliederinfo werden wir auf einige besonders  interessante Themen ihrer Ausführungen eingehen.

Nach der Mittgaspause – ein Lob an die Gastronomie für den reibungslosen Ablauf inkl. Butterkuchen – übernahm Herr Rainer Donath von der Fürst Fugger Privatbank aus Augsburg das Rednerpult. Sein Bankhaus existiert seit 500 Jahren, gegründet zur Zeit der Habsburger, und war bis Ende der 1990er in Familienbesitz. Heute gehört sie zur Nürnberger Versicherung. Herr Donath ging detailliert auf das Problem der Geldanlage angesichts niedriger Zinsen ein. Sein Fazit: an das niedrige Zinsniveau müssen wir uns gewöhnen. Wer Geld anzulegen hat, muss sich von den bisher klassischen Anlagefeldern anderen Gebieten zuwenden und er nannte dabei als eine Alternative, beschränkt in Aktien zu investieren. Aber diese Entscheidung  muss letztlich jedem selbst überlassen bleiben.

Der letzte Teil des Treffens ist dem Tätigkeitsbericht des Vorstandes vorbehalten. Informiert wurde über Pensionärstreffen im Oktober in Wesel und Hattingen, über den Prozessstand in Sachen PKDW, darüber haben wir ausführlich in der letzten Mitgliederinfo berichtet, und über die Kassenlage des Vereins. Eine vorläufige Einschätzung der Pensionsentwicklung wurde ebenfalls präsentiert.

Erfreulich für den Verein ist, dass sich der heutige Mitarbeiterschwerpunkt der BP in Bochum und Gelsenkirchen jetzt auch in der Besetzung des Vereinsvorstandes niederschlägt. Erstmals sind jetzt zwei Kollegen aus Bochum im Vorstand vertreten und zur Mitarbeit bereit und darüber freuen wir uns ganz besonders. Auch darauf werden wir in der nächsten Mitgliederinfo näher eingehen.

Zum Schluss wurde der Vorstand mit Dank und Anerkennung von allen Anwesenden ohne Gegenstimmen entlastet. Im nächsten Jahr treffen wir uns an gleicher Stelle am 14. März 2017 in der Hoffnung, dann alle gesund wieder zu sehen. Zurück bleibt der Eindruck, an einem harmonischen, sehr informativen Treffen teilgenommen zu haben und so wurden wir in einen sonnigen Vorfrühlingstag mit Krokusblüte und den Osterglocken in Wartestellung entlassen.

2015

In guter „alter“ Tradition fand das diesjährige Treffen unserer Pensionäre aus der Region Bochum/Gelsenkirchen wieder im „Henrichs Restaurant“ der Henrichshütte in Hattingen statt. Wie schon in den zwei Jahren zuvor war auch dieses Mal das altehrwürdige Gelände ein guter Ort, um Kolleginnen und Kollegen von früher zu treffen. Heute trafen sich also ca. 130 Ehemalige von Aral, Veba und BP hier im Westen. Schon weit vor Beginn der Veranstaltung waren viele Mitglieder angekommen und plauderten während der „Kaffeerunde“ angeregt über alte und sicher auch neue Zeiten.

Der Vorsitzende unseres Vereins, Dr. Matthias Baus, eröffnete die Veranstaltung mit der Begrüßung und Einführung in das Programm. Er gab zunächst einen Überblick zum Stand der BP aus Sicht des Pensionärsvereins, die BP Aktie im Vergleich zu den Hauptmitbewerbern und die Entwicklung in den letzten 5 Jahren. Dabei ging er auf die Auswirkungen des derzeitigen Ölpreises, die immer noch anhaltende Überwindung der Katastrophe im Golf von Mexiko und auch auf Veränderungsprozesse in Deutschland durch die angestrebte Aufteilung des Raffinerieportfolios des Ruhr Oel Joint Ventures zwischen BP und Rosneft ein – siehe hierzu auch die Ausführungen von Wolfgang Langhoff.

Auch auf immer wieder auftretende Gerüchte in der Presse, dass BP ein Übernahmekandidat sei, ging er ein und erläuterte, dass dies aufgrund der hohen Zahlungsverpflichtungen von BP wegen des Unglücks im Golf von Mexico und enormer kartellrechtlicher Hürden eher unwahrscheinlich sei.

Dr. Baus aus schloss seinen Part ab mit Informationen über die laufende Vereinsarbeit und die Entwicklung des Vereins, der derzeit konstant ca. 1.200 Mitglieder hat, allerdings mit nachlassendem Zuwachs. Er verweist dabei auch auf die zurzeit vakante Position des 2. Vorsitzenden und appelliert in diesem Zusammenhang wiederholt, dass der Verein dringend mehrere Mitglieder zur aktiven Unterstützung der ehrenamtlichen Tätigkeit im Westen benötige. Als ein derzeit wesentlicher Bestandteil der Beratung und Information der Mitglieder, die der Verein leistet, nennt Dr. Baus den „Problembereich PKDW“ und geht auf die Ausgangslage und den derzeitigen Stand ein. Darüber wird in der nächsten Mitglieder-Information ausführlich berichtet.

Im Anschluss an den einleitenden Part des Vereinsvorsitzenden folgt der erste Gastredner der heutigen Veranstaltung, Herr Wolfgang Clement, Bundeswirtschaftsminister und Ministerpräsident a.D..

Sehr engagiert, kritisch, kurzweilig und mit klaren Worten stellt Herr Clement quasi von „Pensionär zu Pensionören“ – wie er die Teilnehmer in seiner alten Heimat begrüßt – über eine gute Stunde seine Sicht der Dinge zu brennenden wirtschaftlichen und politischen Themen dar.

Er beginnt beim hochaktuellen Thema Flüchtlinge und beleuchtet die Herausforderungen und Aufgaben, aber auch die Chancen, die der Zuwanderstrom bringt. Er fordert u.a., dass Asylpolitik in geordneten Bahnen erfolgen muss und Deutschland nicht alle Last tragen kann. Er macht sehr deutlich, wie wichtig die Integration der Menschen ist und scheut sich nicht zu sagen, dass dies „viel Schweiß und Tränen, Kraft, Engagement und Geld“ kosten wird, aber unerlässlich ist für die Entwicklung der deutschen und europäischen Wirtschaft. Sehr anschaulich zeigt er auf, dass, um den Wohlstand auch in Zukunft auf hohem Niveau zu halten, in Deutschland jährlich 500.000 bis 800.000 Menschen zuwandern müssen. Nur so könne dem drohenden starken demographischen Wandel bis 2050 mit hohem Bevölkerungsschwund und um 10% sinkendem Wirtschaftswachstum entgegen gewirkt werden. Nur durch gesteuerte Migration könne es gelingen, das Bevölkerungswachstum mithilfe der Zuwanderer in Wirtschaftswachstum und -kraft zu wandeln und bei ca. 82 bis 85 Mio. Einwohnern zu bleiben.

Anschaulich schlägt er den Bogen zum Schul- und Bildungssystem und zeigt auf, was seiner Meinung nach hier im Argen liegt. So gebe es pro Jahr durchschnittlich 45.000 junge Menschen ohne Schulabschluss. Insbesondere durch die Flüchtlingskrise bestünde jetzt die Chance, das Schul- und Bildungssystem anforderungsgerecht umzugestalten. Die Talente der Kinder dürften nicht verloren gehen.
Der dritte Komplex der dringenden Aufgaben ist die Energiepolitik. Herr Clement fordert eine in Europa abgestimmte Energiepolitik mit Ausgleich zwischen den Ländern, um z.B. negative Auswüchse des Energiehandels und der Energiepreispolitik zwischen den Ländern abzuwenden.

Insbesondere die Energiepolitik und auch die Digitalpolitik sei ein „irres europäische Pfund“, mit dem der Kontinent wuchern könne. Europa müsse umgebaut werden, um wirklich die großen und wichtigen Themen wie Außen- und Sicherheitspolitik, Energie- und Digitalpolitik lösen zu können.

Mit viel Applaus für seine klaren Worte verabschieden die Teilnehmer Herrn Clement.
Nach der Mittagspause berichtete Wolfgang Langhoff, Mitglied des Vorstands der BP Europa SE, über „Neues aus der P Welt“ und beleuchtet „ein Dutzend“ aktueller Themen wie die wirtschaftliche Lage der BP Gruppe und BP Europa SE, Vertragspartnerschaften und Kooperationen und auch Neuigkeiten aus den einzelnen Geschäftsbereichen. Für die BP Gruppe weltweit ist 2015 ein hartes Jahr aufgrund der gefallenen Rohölpreise, was sich insbesondere im operativen Ergebnis auf Basis der Wiederbeschaffungspreise in einem starken Rückgang seit dem 4. Quartal 2014 niederschlug, aber im 3. Quartal diesen Jahres wieder deutlich aufgefangen wurde. Aral ist weiterhin die Nr. 1 im deutschen Markt; allerdings hatte auch dieser Geschäftsbereich insbesondere zum Ende des letzten Jahres unter dem Ölpreisverfall zu leiden, der das Ergebnis aufgrund der Bewertung von Vorräten extrem belastete. 2015 stellt sich aber wieder zufriedenstellend dar. Es konnte viel investiert werden und „natürlich sind auch die Rückstellungen für Pensionen gebildet worden“, so Herr Langhoff.

Im Kontext der aktuellen Mitarbeiterzahlen von insgesamt ca. 10.600 in Europa weist er auf das interessante Verhältnis von Aktiven zu Pensionären hin, welches „normalerweise“ 3:1 sei, bei BP aber kämen auf einen Mitarbeiter zwei Pensionäre. Beachtenswert ist mit 38,8 Jahren das junge Durchschnittsalter der heutigen Belegschaft.

Aus den Geschäftsbereichen sticht hervor, dass Castrol seine Marktführerschaft nicht nur zurück gewonnen, sondern auch weiter ausbaut hat, sowie etliche interessante Vertragspartnerschaften eingegangen ist, z.B. mit der Airbus Group.

Aus dem Tankstellengeschäft hören die Teilnehmer, das die Pilotphase des Kooperationsprojektes mit REWE im Shop-Bereich mit „vielversprechenden Ergebnissen“ abgeschlossen wurde und die Planung des Roll-Outs voranschreitet. Darüber hinaus wird der Bereich die Tankstellen auf energiesparende, deutlich hellere LED-Technik umstellen. Interessante Informationen konnten die Zuhörer auch aus den Ergebnissen einer Aral-Studie zu „Trends beim Autokauf“ mitnehmen und feststellen, wie weit doch das Wunschauto vom Trendauto abweicht.

Fast mucksmäuschenstill lauschten die Ehemaligen den Ausführungen „aus erster Hand“ von Herrn Langhoff zur Auflösung des Ruhr Oel Joint Ventures. Herr Langhoff selbst leitet dieses umfangreiche Projekt. Das Joint Venture wurde 1983 von Veba Oel und PdVSA gegründet und BP und Rosneft halten jeweils 50% der Anteile. (Zur Erinnerung: BP hat ebenfalls eine 20%-ige Beteiligung an Rosneft.) Die Auflösung soll zum Ende des Jahres erfolgen und in zwei Pakete von gleichem Wert münden.

Zum aktuellen Stand von Deepwater Horizon (Golf von Mexiko) ergänzte Herr Langhoff noch, dass der Vergleich abgeschlossen sei und die größten Belastungen als Folge des Unfalls aufgearbeitet sind. Für die nächsten Jahre bleiben die Herausforderungen unverändert – ebenso wie die Hoffnung auf einen besseren Ölpreis. BP hat sich dafür solide und wettbewerbsfähig aufgestellt. Den sehr informativen Vortrag runden viele interessante Fragen aus dem Teilnehmerkreis ab, insbesondere zur Auflösung des Ruhr Oel Joint Ventures mit ebenfalls ausführlichen Antworten Herrn Langhoffs.

Nach einer kurzen Zusammenfassung und Dank an die Referenten sowie die Küche des „Henrichs Restaurants“ schließt Dr. Baus das diesjährige West-Treffen in Hattingen und verabschiedet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis zum Wiedersehen im nächsten Jahr am 26. Oktober 2016.

Etwa 70 Pensionäre der ehemaligen Ruhr-Raffinerie waren in diesem Jahr der Einladung nach Wesel in die Niederrheinhalle gefolgt. Die Veranstalter hatten mit etwas mehr Zuspruch gerechnet, da mit dem Programm, 30 Jahre nach Stilllegung der Raffinerie, noch einmal an die „guten alten Zeiten“ erinnert werden sollte. Es gilt jedoch zu bedenken, dass aufgrund der Altersstruktur der eine oder andere aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht mehr in der Lage ist, daran teilzunehmen.

Das Treffen begann mit der traditionellen Kaffeerunde, Gelegenheit die alten Kolleginnen und Kollegen wiederzusehen und das „Was machst Du“ und „Wie geht’s denn so“ auszutauschen. In der anschließenden Begrüßung durch den Sprecher der Vereinsmitglieder vor Ort, Jürgen D. Haupt, wurde der im letzten Jahr verstorbenen acht Mitglieder aus der Region gedacht. Herr Haupt war es auch, der in seiner Präsentation „ Die Ruhr-Raffinerie in der Rückschau“ einen vielschichtigen Einblick in die Geschichte dieser ehemaligen BP-Raffinerie gab, die in ihrer besten Zeit Arbeitsstätte von fast 700 Mitarbeitern war.

Die Raffinerie wurde am 20. Oktober 1960, auf den Tag genau vor 55 Jahren, feierlich durch den damaligen Bundeswirtschaftsminister und späteren Bundeskanzler Professor Ludwig Erhard eröffnet. Ende 1985 erfolgte die Stilllegung. Danach wurde auf einem Teil des Geländes ein Tanklager durch BP betrieben, das mittlerweile an die Firma TanQuid verkauft worden ist. Auf dem restlichen Teil ist ein Industriepark entstanden. Neben den historischen und technischen Fakten, beeindruckte der Vortrag vor allem auch durch seine kreativen Skizzen, die Herr Haupt über die Jahre selbst angefertigt hat. Mit Fug und Recht kann man hier von einer echten Industriekultur sprechen.

Über die Präsentation hat Herr Haupt eine umfangreiche Dokumentation angefertigt, die er dem BP-Archiv in Bochum zur Verfügung gestellt hat. Diese kann bei Interesse dort eingesehen werden. Nach einem sehr guten und reichhaltigen Mittagessen, das mit Kuchen und Kaffee abgerundet wurde, berichtete der Geschäftsführer unseres Vereins, Herbert Raab, über die Schwerpunkte der gegenwärtigen Vereinsarbeit und gab einen Überblick über die aktuelle Situation der BP, soweit uns diese aus Presseberichten bekannt ist.

Am Ende der Veranstaltung bat er um ein Meinungsbild, ob und in welcher Form die Veranstaltung in Wesel in Anbetracht der stetig sinkenden Teilnehmerzahl weitergeführt werden soll. Der Großteil der Teilnehmer sprach sich für eine Fortsetzung der Veranstaltung aus und versprach, im Kollegenkreis kräftig Werbung zu machen. Der Vorstand wird in Zukunft nur noch „mit kleiner Mannschaft“ nach Wesel anreisen. Im Mittelpunkt wird natürlich wie bisher das Zusammentreffen der Kolleginnen und Kollegen stehen, das Programm der Veranstaltung wird sich dann im Wesentlichen auf Berichte über die Vereinsaktivitäten und auf BP-Neuigkeiten beschränken. Sollte jemand einen Referenten mit einem interessanten Thema auftun, so ist dieser natürlich herzlich willkommen.

Der Titel klingt etwas nüchtern nach Protokoll, in Wirklichkeit ist es unser jährliches Pensionärstreffen, das beständig über 200 Ehemalige anzieht. Auch diesmal hatten sich wieder fast 240 Teilnehmer in Wilhelmsburg versammelt und bereits vor Beginn der Kaffeerunde um 10 Uhr war der Parkplatz voll belegt. Auch wenn einzelne Namen von „alten“ Kolleginnen und Kollegen nicht immer sofort auf der Zunge lagen – ein kurzer Blick auf das Namensschild genügte und alles war wieder wie „damals“. Auch die Sonne schien, als sei der Sommer bereits da. Kurz: alles stimmte – Stimmung bestens, Vorträge super und auch der Butterkuchen nach dem Essen fehlte nicht.

Ein besonderer Dank geht an Herrn Michael Schmidt, dem Vorsitzenden des Vorstandes der BP Europa SE, der es sich nicht nehmen lässt, seinen sicherlich gut gefüllten Terminkalender immer wieder für uns freizuhalten. Sein Vortrag besteht nicht aus endlosen Zahlenkolonnen, sondern er zeichnet ein Bild unserer BP, interessant und für uns alle verständlich (Einzelheiten sh. Protokoll). Das Downstream-Geschäft (Vertrieb) läuft zufriedenstellend, nur Upstream (Förderung) steht die BP Gruppe infolge des gesunkenen Ölpreises schwere Zeiten durch. Seine Einschätzung zum Unglück im Golf von Mexiko war, dass uns dessen gerichtliche Bewältigung noch einige Jahrzehnte begleiten würde und er verwies dabei auf die Erfahrung mit ähnlichen Vorfällen.

Auf die innerbetrieblichen Belange ging anschließend Herr Oliver Felka ein, Mitglied des Betriebsrates und Gesamtbetriebsrates der BP Oil Marketing. Er ist zwar erst seit Mai 2014 in dieser Funktion, was er allerdings zu berichten wusste, war alles andere als trockene BR-Materie.

Natürlich haben die Pensionäre aus Hamburg eine besondere Beziehung zum alten BP Haus in der City Nord. Wer heute dort vorbei fährt, dem überfällt angesichts der leeren Baugrube Wehmut. Aber die Zeit geht weiter und was dort entstehen wird, wurde uns von Herrn Schwarz als Vertreter des Investors anschaulich vor Augen geführt (sh. separater Bericht). Hotel und Bürokomplex werden den Platz füllen und in zwei Jahren werden wir uns verwundert die Augen reiben, wenn wir wieder dort vorbei fahren.

Die restlichen Programmpunkte waren vereinsinternen Themen vorbehalten: Kassenlage, Vorstandswahlen, Entlastungen und Entwicklung der Pensionen. Ein Lob gebührt dem Vereinsvorstand und dessen Vorsitzenden für die gute Vorbereitung des Programms und den reibungslosen Ablauf des gesamten Treffens.

Im nächsten Jahr findet das Treffen am 15. März statt und mit dem Wunsch auf ein gesundes Wiedersehen wurde das diesjährige Pensionärstreffen beendet.
Bitte notieren:
Termin der nächsten Mitgliederversammlung am 15. März 2016 an gleicher Stelle

2014

Auch das diesjährige Treffen unserer Pensionäre aus der Region Bochum/Gelsenkirchen fand auf dem altehrwürdigen Gelände der Henrichshütte in Hattingen statt, also dort, wo 150 Jahre lang bis zum Jahr 1987 die Funken sprühten, wenn die Hochöfen der Henrichshütte das flüssige Eisen ausspuckten, und in der jüngeren BP/Aral Geschichte auch schon etliche Mitarbeitertreffen stattfanden. Heute trafen sich im modern konzipierten „Henrichs Restaurant“ 105 Mitglieder und Interessenten unseres Vereins. Trotz der vielen Staus im Ruhrgebiet waren schon viele Teilnehmer weit vor Beginn der „Kaffeerunde“ angekommen und plauderten angeregt mit alten Kolleginnen und Kollegen von früher. Unser Vorsitzender, Dr. Matthias Baus, eröffnete die Veranstaltung mit der Begrüßung und Einführung in das Programm. Er gab zunächst einen Überblick zum Stand der BP Aktie im Vergleich zu den Hauptmitbewerbern und leitete danach über zu Dr. Ludger Dohm, Mitglied im Vorstand der BP Europa SE, der die „Aktuelle Situation der BP“ beleuchtete.

Dr. Dohm gab dabei einen Überblick über die Ergebnisse und Strategie der BP Gruppe insgesamt und erläuterte, dass die Gruppe „gut unterwegs ist, das finanzielle Ziel für 2014 zu erreichen“. Er berichtete über den aktuellen Stand zu den Folgen von „Deep Water Horizon“/Golf von Mexiko für unsere Geschäfte in den USA sowie die Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland auf das Investment in und die Partnerschaft mit Rosneft (zur Erinnerung: BP hat eine 20%-ige Beteiligung an Rosneft). Hier betonte er, dass weiterhin gemeinsame Projekte mit Rosneft durchführbar sind und die Beziehungen zu Rosneft nicht von den Sanktionen betroffen sind und/oder beeinträchtigt werden. Auch in den USA sind wieder Geschäfte mit der US-Regierung möglich. Er informierte über die Zusammensetzung des BP Europa SE Vorstands, die aktuelle Mitarbeiterzahl sowie den Stand von zur Zeit laufenden größeren Projekten wie die Umstellung der IT Systeme auf ein einheitliches System SAP, welches am 1. Juli 2014 „scharf geschaltet“ wurde. Aus dem Tankstellengeschäft hörten die Teilnehmer über ein Pilotprojekt zu einer Kooperation mit REWE im Shopbereich sowie über die Autobahntankstelle Beverbach, die als größtes Neubauprojekt der letzten Zeit Ende November eröffnet wird. Auf dieser Tankstelle gibt es als Besonderheit einen ca. 16 m hohen Förderturm mit Aussichtsplattform. Den sehr informativen Vortrag rundeten interessante Fragen aus dem Teilnehmerkreis zu beispielsweise „Fracking“ oder Kraftstoffpricing mit ebenfalls ausführlichen Antworten Dr. Dohms ab.

Einen eindrucksvollen Einblick zu „Aktuellen Fragen der Betriebsrats-Arbeit“ gab anschließend Oliver Felka, seit der diesjährigen Betriebsrats-Wahl freigestelltes Mitglied des Betriebsrates und Gesamtbetriebsrates der BP Oil Marketing GmbH. In seiner Rückschau berichtete auch Herr Felka über die erfolgte Umstellung der IT Systeme auf SAP. Hier seien durchaus die Mitarbeiter auch in den nächsten Monaten noch mit den zum Teil üblichen Nacharbeiten beschäftigt, was wiederum zu einer weiteren Arbeitsverdichtung beitrage. Auch das Thema „Neuer Bürostandort“ war ein Schwerpunkt der Arbeit des BR in den vergangenen Monaten, das mit der Entscheidung, den Standort bis zum Jahr 2022 in Bochum zu halten, abgeschlossen ist. Aktuell seien natürlich auch die Arbeitnehmer-Vertreter in die derzeitigen Projekte im Tankstellenbereich oder auch zu neuen Büro/Arbeitsplatzgestaltungsansätzen oder Neugestaltung der Arbeitszeitenregelung involviert, sagte Herr Felka. Im Rahmen zukünftiger potentieller Umstrukturierungen oder Organisationveränderungen vertritt der BR in gewohnt professioneller Weise die Interessen der Arbeitnehmer. Herr Felka hat mit seinen sehr interessanten Ausführungen gut dazu beigetragen, dass auch die anwesenden ehemaligen Mitarbeiter „wieder im Film“ sind und erntete dafür viel Beifall.

Der nächste Referent, Jörg Weidemann, aus dem Fachbereich BP Betriebliche Altersversorgung, schlug mit seinen Informationen zum Thema „Pensionen“ den Bogen zurück zu den Pensionären. Insbesondere informierte Herr Weidemann über die aktuelle Urteilslage des Bundesarbeitsgerichts zum Thema „Pensionskasse für die Deutsche Wirtschaft“ (PKDW). Dieses Thema wurde auch schon bei der letztjährigen Veranstaltung in Hattingen behandelt. Zur Erinnerung: Davon sind einige Mitglieder aus der ehemaligen Veba Oel AG im Raum Gelsenkirchen und Münchsmünster (Bayern) betroffen. Es geht hier im Wesentlichen darum, dass seit 2003 keine Anhebungen der Pensionszahlungen aus der PKDW bzw. Jahr für Jahr sogar Kürzungen erfolgt sind. Herr Weidemann informierte den Teilnehmerkreis sodann über zwei Dinge, die der Gesetzgeber verändert hat und wie sich diese für Pensionäre auswirken können: „ELSTER“: Mittlerweile werden Lohnsteuerkarten elektronisch direkt zwischen Finanzamt und Arbeitgeber ausgetauscht. Insofern ist es wichtig, dass die Pensionäre ihre Abrechnungen prüfen ob z.B. etwaige Freibeträge auch richtig berücksichtigt sind. Krankenversicherungsbeiträge: Die gesetzlichen Krankenkassen teilen den Zahlstellen, also bei uns Mercer, direkt die Beiträge mit. BP/Mercer ist aber nicht in der Lage, die übermittelte Höhe der KV-Beiträge auf Richtigkeit zu überprüfen, weil ihnen schlicht nicht alle Informationen vorliegen. Den Pensionären wird geraten, daher die Pensionsabrechnungen auch auf Richtigkeit der KV-Beiträge zu überprüfen und sich gegebenenfalls direkt mit der Krankenversicherung bzgl. korrekter Übermittlung in Verbindung zu setzen.

Nach der Mittagspause hatten leider schon einige Teilnehmer die Runde verlassen und verpassten daher den Vortrag von Günter Thoma, Geschäftsführer der „BP Stiftung“ zum Thema: „Ehrenamtliche Mentoren für junge Existenzgründer gesucht – das Mentorennetz Nordwestfalen“. Die „BP Stiftung“ ist aus der 1998 gegründeten „Aral Stiftung“ hervorgegangen. Ca. 40 Mentoren in NRW beraten und begleiten allein, zu zweit oder in Gruppen (junge) Existenzgründer bei ihren Gründungsvorhaben. Die Mentoren helfen den angehenden Jungunternehmern, ihre Geschäftsidee erfolgreich zu realisieren. In vertraulichen Gesprächen geben sie Tipps und Hinweise und bieten ein Coaching in allen Phasen der Gründung an. Das Mentorennetz ist unbürokratisch, unabhängig, prozessbegleitend und vor allem kostenlos für die angehenden Existenzgründer. Die Mentoren sind ehemalige, im Ruhestand oder Vorruhestand befindliche Mitarbeiter von der BASF Coatings, der NRW Bank sowie der BP Europa SE. Die ehrenamtlich tätigen Mentoren verfügen über das, was junge Existenzgründer oder Jungunternehmer benötigen: Erfahrung, Fachwissen und Kontakte; Führungs- und Lebenserfahrung, praktisches Rüstzeug für den Unternehmensalltag und vor allem: Engagement und Herzblut. Jeder Mentor entscheidet selbst, in welchem zeitlichen Umfang er tätig wird. Für Austausch und Weiterbildung der Mentoren ist gesorgt; und die Geselligkeit unter den Mentoren kommt auch nicht zu kurz. Das Mentorennetz wird von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordwestfalen in Münster koordiniert. Die IHK sucht auch die Projekte aus, die dem Mentorenkreis vorgestellt werden. Zur Zeit sucht das Mentorennetzwerk neue Mentoren mit Kenntnissen aus den Bereichen Vertrieb, Organisation, Marketing und Kaufmännische Steuerung. Einige der Mitglieder unseres Vereins unterstützen diese Aufgaben bereits als Mentoren und berichteten begeistert von ihrer Arbeit. Interessierte können sich an Herrn Thoma direkt wenden: Tel. 0234-315- 2498. Weitere Informationen gibt es unter: www.ihk-nordwestfalen.de/mentoren Die Veranstaltung wurde abgerundet mit einem Beitrag von Dr. Baus über die laufende Vereinsarbeit und die Entwicklung der Mitgliederzahlen. Ca. 450 der insgesamt 1.200 Mitglieder kommen aus den Postleitzahlbereichen 4 und 5. Insbesondere warb Dr. Baus um weitere aktive Unterstützung der Vereinsarbeit im Westen. Interessierte melden sich bitte gern bei unserer Geschäftsstelle oder telefonisch unter 040-605 50 832). Dr. Baus wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen. Abschließend wurde ein erneutes Treffen für den 21. Oktober 2015 im „Henrichs Restaurant“ in Hattingen angekündigt, bevor die gelungene und informative Veranstaltung um 15:00 Uhr endete.

Am 21. Oktober trafen sich rund 90 BP Pensionäre, weit überwiegend ehemalige Mitarbeiter der Ruhr-Raffinerie, in der Niederrheinhalle in Wesel. Unter Berücksichtigung des hohen Durchschnittsalters unserer Mitglieder in dieser Region ist die Teilnehmerzahl sehr beeindruckend und zeugt von großem Interesse.

Mit einem Rückblick auf die Geschichte der Ruhr-Raffinerie von der Planung bis zur Schließung 1985 kündigte Jürgen-D. Haupt den ersten Programmpunkt an. Herr Klein-Hitpaß von der Stadt Wesel gab unter der Überschrift „Regionale Raumplanung der Stadt Wesel und des Rhein-Lippe-Hafens“ einen beeindruckenden Einblick in diese komplexe und langwierige Aufgabe. Das ehemalige BP Zwischenlager am Hafen soll Teil eines Gewerbegebiets werden. Besonders interessant war, wie die Anforderungen von Wirtschaft, Verkehr, Hochwasserschutz und Umwelt zu berücksichtigen sind.

Nach dem Mittagessen berichtete Manfred Wiech im Vorgriff auf die nächste Mitgliederinformation über einige aktuelle Themen. Die Fotos unseres Mitglieds Frau H. Klassen über die ersten Abrissarbeiten am BP Haus in der City Nord hinterließen einen besonderen Eindruck. Abschließend berichtete Herbert Raab über die laufende Vereinsarbeit und kündigte ein erneutes Treffen für den 20. Oktober 2015 an, 30 Jahre nach Schließung der Ruhr-Raffinerie.

Um es vorweg zu sagen, auch das diesjährige Pensionärstreffen in Hamburg, gleichzeitig satzungsgemäße Mitgliederversammlung des Vereins der BP Pensionäre, war eine „runde Sache“. 260 Ehemalige waren erschienen – ein Rekordergebnis – und füllten den Saal des Bürgerhauses in Wilhelmsburg bis auf den letzten Tisch.

Gleich der erste Programmpunkt, nämlich der Begrüßungskaffee im Foyer, wurde von vielen genutzt, um Freunde und Bekannte zu begrüßen und sich über das Geschehen und Befinden seit dem letzten Treffen auszutauschen.

Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden übernahm Herr Schmidt, Vorsitzender des Vorstandes der BP Europa SE, das Wort. Natürlich war der Golf von Mexiko wieder ein Thema, jedoch scheint BP die Folgen mittlerweile überwunden zu haben. Ein Problem ist noch die Unberechenbarkeit der amerikanischen Justiz und hier ist mit einem längeren Weg bis zur letzten Entscheidung zu rechnen. Er ging ebenfalls auf die Neuordnung der Geschäfte in Rußland ein – vor dem Hintergrund der derzeitigen Krim-Krise natürlich von besonderem Interesse. Auch hier sieht er die BP Gruppe auf einem guten Weg, auch wenn der Aktienkurs aufgrund der politischen Ereignisse momentan etwas gelitten habe. Weitere Punkte: Im Upstream-Bereich Konzentration auf 8 Großprojekte in verschiedenen Regionen; momentan unbefriedigende Margen bei den Raffinerien; BP Europa SE mit stabilem Ergebnis. Auch die Bilanz-Rückstellungen seien vor dem Hintergrund der Pensionsverpflichtungen ausreichend bewertet, was von den Anwesenden natürlich gern zur Kenntnis genommen wurde. Seinem wiederholten Besuch unseres Pensionärstreffens und den netten Worten über unseren Verein kann man entnehmen, dass wir als Vertretung der Pensionäre mittlerweile akzeptiert sind.

Nach dem Mittagessen (mit Butterkuchen!) kam ein hochrangiger Besucher zu Wort, nämlich Herr Dr. Georg Jarzembowski, von 1991 bis 2009 im Europaparlament zuständig für Verkehrspolitik. Er gab einen interessanten Einblick in die europäische Verkehrspolitik, deren Vor- und Nachteile, das Wirken Europas auf Marktöffnung, Deregulierung und Harmonisierung.

Der letzte Teil war dann vereinsinternen Fragen vorbehalten: den in 2014 zu erwartenden Pensionsangleichungen, dem Rechenschafts- und Kassenbericht des Vorstandes und den Wahlen für Vorstandsposten. Letztere waren wiederum gut vorbereitet, sodass alle Vorschläge ohne Gegenstimmen akzeptiert wurden. Unter dem Punkt Pensionen bekamen zwei Mitglieder Gelegenheit, ihre Zweifel an der korrekten Pensionserrechnung durch Mercer/BP vorzutragen. Die Mehrheit der Anwesenden konnte sich jedoch ihrer Argumentation nicht anschließen.

Rechtzeitig zu diesem Treffen konnte übrigens das 1.200ste Vereinsmitglied unter großem Applaus begrüßt werden. Dank noch an unseren „Fotografen“, dessen Bilder von dem Treffen demnächst auf unserer Homepage zu bewundern sein werden.

Im nächsten Jahr wird das Hamburg-Treffen der BP Pensionäre am 17. März 2015 stattfinden. Mit der Bitte, den Termin schon jetzt zu notieren und mit guten Wünschen für ein gesundes Wiedersehen fand ein harmonisches Treffen sein Ende.